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List (Sylt)

List (Sylt)

Die Gemeinde List ist ein Seebad an der Nordspitze der Insel Sylt und zugleich der nördlichste Ort in Deutschland. Er ist von einer spektakulären Landschaft aus Wanderdünen, Heide und Salzwiesen umgeben. Diese auch als Listland bezeichnete Landschaft befindet sich in Privatbesitz einer Erbengemeinschaft.

Geografie

Die Halbinsel „Lister Ellenbogen“, nördlich der Gemeinde List, ist der nördlichste Punkt Deutschlands. Auf dieser Halbinsel stehen zwei Leuchttürme, das Leuchtfeuer List West und das Leuchtfeuer List Ost. Eine Privatstraße, die gegen Zahlung einer Maut mit motorisierten Fahrzeigen befahren werden darf, führt bis zur äußersten Spitze der Insel. Radfahrer und Fußgänger sind kostenfrei. Südlich und östlich des an der Ostküste gelegenen Ortes erstreckt sich der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, im Osten liegen im Wattenmeer die Reste der dänischen Hallig Jordsand. Zwischen dem Lister Hafen und der Halbinsel Ellenbogen erstreckt sich der Königshafen, eine Wattfläche die zur Schutzzone I des Nationalparks gehört und nicht betreten werden darf, sowie die Vogelschutzinsel Uthörn. Vor einem begrenzten Strandabschnitt auf der Südseite des Ellenbogens ist Wind- und Kitesurfen erlaubt.

Geschichte

List wurde 1292 erstmals urkundlich erwähnt, als der Ort mit seinem Vorland in den Besitz der Stadt Ripen kam. Der Ort lag an der heutigen Westküste und wurde mehrmals von Sturmfluten zerstört. Wohl seit der Sturmflut von 1362 ist List kein Kirchdorf mehr. Das heutige Gotteshaus ist die in den 30er Jahren erbaute Garnisonskirche; sie war Teil des Seefliegerhorstes List. Das Listland gehörte bis 1864 zum Königreich Dänemark und nicht wie die Umgebung zum Herzogtum Schleswig. In juristischer Hinsicht gehörte es gemeinsam mit dem Südteil der Nachbarinsel Röm und einem kleinen Festlandsgebiet zum Birk Ballum unter dem Amt Ripen. Dieses war seit 1661 ein Teil der Grafschaft Schackenborg. Trotz der staatsrechtlichen und administrativen Trennung vom Herzogtum Schleswig und der Landschaft Sylt gehörte List seit dem Verlust seiner eigenen Kirche zum Kirchspiel Keitum. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 kamen die Besitzungen des Königreichs Dänemark ebenso wie der größte Teil des Herzogtums Schleswig zum Königreich Preußen. List bildete weiterhin eine eigene Gemeinde, die nun zum Kreis Tondern gehörte. Um 1900 hatte das Listland weniger als 100 Einwohner. Seit 1920 ist List Grenzort. Das heutige List ist eine dänische Gründung, es bestand bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges lediglich aus zwei Höfen – dem Ost- und dem Westhof. Erst in der Zeit der beiden Weltkriege entstand in List ein Seefliegerhorst, mit zahlreichen Bauten und Zivilunterkünften, auch der Hafen in seiner jetzigen Form wurde damals angelegt. Sein heutiges Gesicht verdankt List im Wesentlichen der Bautätigkeit in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Tourismus und Sehenswürdigkeiten

Der Ort beherbergt die nördlichste Fischbude Deutschlands, mit der der heutige „Fischkönig“ Jürgen Gosch sein Imperium begründete. Zudem ist dort mit Dittmeyers Austerncompanie die einzige Austernzucht Deutschlands ansässig, in der im Wattenmeer vor List die Sylter Royal reift. Diese Zucht hat eine lange Tradition; schon in den 1920er Jahren wurden Lister Austern zu Restaurants und Feinkostläden in ganz Deutschland versandt. Vom Lister Hafen besteht eine Fährverbindung zur dänischen Nachbarinsel Röm. Auch werden vom Lister Hafen Ausflugsfahrten ins Wattenmeer, zu den Seehundsbänken und vor die Westküste der Insel angeboten. Westlich des Ortes erstreckt sich der Sylter Strand, ein 40 km langer Sandstrand, der zum Baden und Barfußwandern einlädt und an dem während der Sommermonate Strandkörbe gemietet werden können. Die nördlichste Stelle am Ellenbogen ist durch Sturmfluten besonders stark gefährdet. Baden ist hier wegen gefährlicher Unterwasserströmungen (Trekker) verboten. Zur Ostseite erstreckt sich das Wattenmeer. Die Gemeinde bietet während der Saison geführte Wattwanderungen an. In List befindet sich die Wattenmeerstation Sylt des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI). Die Station wird zur Zeit bis 2007 um einen Neubau erweitert. Zusammen mit der Gemeinde List, dem Nationalparkamt, dem NationalparkService und allen Sylter Natur- und Küstenschutzverbänden plant das AWI ein weiteres Projekt: Das Erlebniszentrum Naturgewalten soll ab 2008 die Gäste und Einheimischen der Insel Sylt in unterhaltsamer und spannender Weise über maritime Themen wie Nordsee, Meeres- und Klimaforschung, den Nationalpark Wattenmeer sowie Umwelt- und Küstenschutz informieren. Schon jetzt werden regelmäßig Führungen und Vorträge angeboten. Der Ort ist seit Gründung der Bundeswehr durch die Marineversorgungsschule geprägt. Die Bundeswehr ist seit dieser Zeit neben dem Tourismus einer der größten Arbeitgeber. Im Rahmen der Standortauflösungen in der Bundesrepublik Deutschland ist auch der Standort List auf Sylt betroffen (Schließung bis Ende 2006)..

Politik

Seit dem 1. Januar 2004 ist List nicht mehr selbstständig, sondern Teil des Amt Landschaft-Sylt mit Sitz in Keitum, das alle Inselgemeinden bis auf Westerland verwaltet.

Weblinks


- [http://www.muez.de Erlebniszentrum Naturgewalten] Kategorie:Ort in Schleswig-Holstein Kategorie:Ort in Südschleswig Kategorie:Nordfriesland

Sylt

Sylt (dänisch: Sild, friesisch: Söl) ist die größte der Nordfriesischen Inseln. Sie befindet sich im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Über die Herkunft der Namensbezeichnung „Sylt“ gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, der Name „Sylt“ sei von dem englischen Wort für Schwelle (engl.: sill) abgeleitet, hätte also die Bedeutung „Landschwelle“. Ein anderer Ansatz geht vom Ursprung des Namens im dänischem Wort für Hering „Sild“ aus, da die Sylter Seefahrer ehemals sehr aktiv den Heringsfischfang betrieben.

Geographie

Lage

Schleswig-Holstein Sylt hat eine Größe von 99,14 km² und ist damit die viertgrößte deutsche Insel und die größte Nordseeinsel Deutschlands. Zur Westseite erstreckt sich ein weißer Sandstrand, an dem die Nordsee brandet, zur Ostseite liegt das stille Wattenmeer. Bei Niedrigwasser liegt zwischen der Insel und dem Festland der Meeresboden weitgehend frei und bietet Wat- und Meeresvögeln einen Rast- und Futterplatz. Die Insel erstreckt sich über 38,0 km in Nord-Süd-Richtung und ist im Norden, am Königshafen bei List, und südlich von Rantum nur circa 380 Meter schmal. An ihrer breitesten Stelle, von der Stadt Westerland im Westen bis zur Nössespitze bei Morsum im Osten, misst sie 12,6 km. Die Form der Insel hat sich im Lauf der Zeit ständig verändert, ein Prozess, der auch heute noch im Gange ist. Der nördliche und der südliche Nehrungshaken der Insel bestehen ausschließlich aus Sand, während der Mittelteil der Insel, im Bereich der Ortschaften Westerland, Wenningstedt und Sylt-Ost, auf einem Geestkern ruht. Seeseitig ist dieser Geestkern in Form des Roten Kliffs sichtbar. Sylt ist seit der Mandränke von 1362 eine Insel, ihre höchste Erhebung ist die Uwe-Düne mit 52 Metern ü. d. Meeresspiegel.

Klimatische Verhältnisse

Das Seeklima auf der Nordseeinsel Sylt wird vom Golfstrom beeinflusst, die Wintermonate sind mit durchschnittlich etwa 2 °C etwas milder sind als auf dem Festland. Die Sommermonate sind mit durchschnittlich 17 °C dagegen, trotz längerer Sonnenscheindauer, etwas kühler. Im Durchschnitt hat Sylt täglich 4,4 Stunden Sonnenschein. Dass Sylt mit durchschnittlich 1.714 Stunden rund 150 Stunden mehr Sonnenschein hat als der Rest der Republik hat, ist mit dem geringen Relief der Küste zu begründen. Wolken können sich nicht so schnell stauen, und - wenn Wolken entstanden sind - werden diese in der Regel durch den permanenten Wind vertrieben. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 8,5 °C. Aktuelle Klima- und Wetterdaten liefern sowohl seit 1937 die nördlichste Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes auf einer Düne bei List als auch einige Stationen kommerzieller Wetterbeobachter, wie Meteomedia - ebenfalls in List. Was für die Skandinavier die Mitternachtssonne, sind für die Sylter die „weißen Nächte“. Sie entstehen in den Wochen um die Sommersonnenwende, wenn die Sonne nach Sonnenuntergang nur knapp hinter dem Horizont verschwindet und so über den nördlichen Horizont der Insel einen Silberstreif zieht. Es ist in diesen Nächten merklich heller - ähnlich einer permanenten Dämmerung. Die Tage um die „weißen Nächte“ haben eine Dauer von über 17 Stunden, dazu kommen noch jeweils circa eine Stunde Abend- und Morgendämmerung. Somit dauern die „weißen Nächte“ etwa nur fünf Stunden, bis die echte Morgendämmerung wieder eintritt.

Küstenschutz

Dämmerung Dämmerung Als Schutzmaßnahmen gegen die stetige Erosion an den Küsten der Insel Sylt begann man schon im 19. Jahrhundert mit der Errichtung von Holzpfahlbuhnen. Diese wurden rechtwinklig zur Küste in die See hinein gebaut. Später wurden sie von Metall- und schließlich von Stahlbetonbuhnen abgelöst. Diese Bauwerke erzielten jedoch nicht den gewünschten Erfolg, die durch Querströmungen verursachte Erosion zu stoppen. Die „Lee-Erosion“, also die auf der wind- und strömungsabgewandten Seite der Buhnen, verhinderte nachhaltige Sandablagerungen. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts versuchte man durch die so genannten Tetrapoden, die am Fuße der Dünen ähnlich wie die Buhnen ins Meer hinaus verlegt wurden, die Meeresgewalten zu stoppen - vergeblich. Die tonnenschweren, in Frankreich entwickelten vierfüßigen Betonbauten waren für den Sylter Strand zu schwer - sie versanken zum Teil im Sand. Auch sie konnten die Erosion nicht aufhalten. Vor dem Hörnumer Weststrand sind ab Mitte 2005 Tetrapoden-Schutzwerke wieder entfernt worden, da diese im Rückblick keinen Nutzen gegen die fortschreitende Erosion geboten hatten. Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wird - als zurzeit einzig wirksame Waffe gegen die Erosion - Sand vor die Küsten der Insel gespült. Baggerschiffe pumpen ein Wasser-Sand-Gemisch an den Strand, an dem es von Bulldozern verteilt wird. Damit wird bei Sturmfluten lediglich der vorgespülte Sand abgetragen - die eigentliche natürliche Küstenlinie wird somit geschützt und die Erosion wesentlich verlangsamt. Negativ sind die immensen Kosten der Sandvorspülungen zu beurteilen, der Bedarf von jährlich einigen Millionen Euro wird zurzeit von Bundes-, Landes- und EU-Mitteln gedeckt. Parallel dazu hat man an einigen Strandabschnitten damit begonnen, die oben erwähnten - sich als völlig nutzlos im Küstenschutz erwiesenen - Buhnen mit großem Aufwand abzutragen. Dieser Maßnahme ist auch die wohl berühmteste Buhne der Insel, die BUHNE 16, zum Opfer gefallen. Das Wattenmeer, östlich zwischen Sylt und dem Festland gelegen, ist seit 1935 Natur- und Vogelschutzgebiet und ein Teil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Lahnungen im Uferbereich des Watts sollen die Sedimentation fördern und der Landgewinnung dienen. Wattwanderungen werden in den meisten Orten angeboten. Neben der kontinuierlichen Sandvorspülung gibt es auch weitere Ansätze zum dauerhaften Küstenschutz. Eine davon ist das Prinzip der Strandentwässerung („Stranddrainage“), das an einigen Strandabschnitten in Dänemark bereits seine Wirksamkeit bewiesen hat und nun versuchsweise auch am Weststrand der Insel Sylt eingesetzt werden soll.

Ortschaften auf Sylt

Die Insel Sylt ist in zwei Verwaltungsbereiche unterteilt. Das Amt Landschaft-Sylt verwaltet alle Inselorte mit Ausnahme der selbstständigen Stadt Westerland. Die Verwaltung des Amt Landschaft-Sylt befindet sich in Keitum. Die Insel hat aktuell (Stand 2004) 27.219 Einwohner, davon leben 10.488 in Westerland. Zu beachten ist, dass in diesen Zahlen die Zweitwohnungsbesitzer nicht enthalten sind.

Hörnum

Der südlichste Ort Sylts, Hörnum, wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet. Er bestand zunächst lediglich aus Hafengebäuden der HAPAG sowie dem Leuchtturm Hörnum, der im Jahr 1907 errichtet wurde. Der Ort war bis 1970 über die Inselbahn mit Westerland verbunden. Aber schon in früherer Zeit soll die unbesiedelte Südspitze der Insel Seeräubern als Unterschlupf gedient haben. Aus dieser Zeit soll die noch heute verwendete Flurbezeichung „Budersand“ stammen; sie bezeichnet eine große Düne an der Ostseite des Ortes, auf der in früheren Zeiten „Buden“ - also Hütten - gestanden haben sollen. Ab 1907 verzeichnete der abgelegene Ort einen großen Aufschwung. Nicht nur der Tourismus, auch die Wehrmacht bzw. Bundeswehr prägten diesen Ort; letztere hat sich unlängst aus den Kasernen zurückgezogen, sodass der Tourismus heute den Ort beherrscht. Auf dem ehemaligen Kasernengelände im Nordosten des Dorfes entsteht zur Zeit ein Golfplatz. Dazu wird ein Großteil der leerstehenden alten Kasernengebäude abgerissen. Von ständigen Sandverlusten ist die Südspitze der Insel, die so genannte „Odde“, gezeichnet; Jahr für Jahr werden große Teile der Dünenlandschaft durch Sturmfluten und Gezeiten abgetragen. Auch Küstenschutzbauwerke erzielten keine Wirkung, so dass auch in Zukunft zu erwarten ist, dass die „Odde“ weiter schrumpfen wird. Gefährdet sind dadurch bereits erste Ortsteile von Hörnum, insbesondere die so genannte „Kersig-Siedlung“ - eine Siedlung von Sommerhäusern in den südwestlichen Dünen von Hörnum.

Kampen

An der Westküste liegt das Rote Kliff. Zwischen Kampen und Wenningstedt, auf der hohen Geest, steht seit 1855 der markante 38 Meter oder 179 Treppenstufen hohe, schwarz-weiße Leuchtturm Kampen. Er ist der älteste der Insel. Bei guter Sicht ist sein 62 Meter über NN gelegenes Licht 25 Seemeilen (etwa 45 km) weit zu sehen. Seit 1977 wird er - wie alle vier Sylter Leuchtfeuer - ferngesteuert. Ein weiterer Leuchtturm in Kampen ist der Leuchtturm Rotes Kliff. Bei diesem handelt es sich jedoch genaugenommen um ein altes „Quermarkenfeuer“, das seit den 1970er Jahren schon außer Betrieb ist. In Kampen befindet sich mit der Uwe-Düne der höchste Punkt der Insel. Diese Düne - benannt nach dem friesischen Freiheitskämpfer Uwe Jens Lornsen - erhebt sich bis auf 52 Meter über NN. Sie ist als Aussichtsdüne zu erklimmen. Kampen galt vor allem in den 1950er und 1960er Jahren als der Prominententreff in Deutschland. In Kampen befindet sich das Atelier des Malers Siegward Sprotte, welches in den Sommermonaten besucht werden kann.

List

List ist ein Seebad an der Nordspitze der Insel Sylt und zugleich der nördlichste Ort in Deutschland. Er ist von einer spektakulären Landschaft aus Wanderdünen, Heide und Salzwiesen umgeben. Diese auch als Listland bezeichnete Landschaft befindet sich in Privatbesitz einer Erbengemeinschaft. List hat an seiner Ostseite einen Schutzhafen. Dort liegen Ausflugsschiffe der Adler Reederei. Auch kann man von dort mit der Fähre der „Sylt-Express“, einer modernen Auto- und Personenfähre der Rømø-Sylt-Linie die dänische Nachbarinsel Rømø mit dem Hafenort Havneby erreichen. Das gesamte Hafengelände ist in den Jahren 2003/04 vollständig umgestaltet und den touristischen Anforderungen angepasst worden.

Rantum

Rømø Der Ort Rantum liegt an einer der schmalsten Stellen der Insel, teilweise liegen zwischen Nordsee und Wattenmeer nur 300 bis 400 Meter. Der Ort selbst musste in den vergangenen Jahrhunderten stets gegen die fortschreitende Versandung ankämpfen. Nicht wenige Höfe und sogar eine Kirche mussten den damals noch unbefestigten Wanderdünen weichen. Erst mit der Anpflanzung von Dünengras (Strandhafer) wurde diese Gefahr gebannt. Eine weitere Gefahr waren die Sturmfluten. Auf Grund seiner Lage an einer schmalen Stelle der Insel bedrohte die Bewohner nicht nur die Nordsee von Westen her, sondern auch das Wattenmeer von Osten. Insbesondere die auf den fruchtbaren Marschen im Osten des Ortes gelegenen Häuser der Salzwiesen von Rantum-Inge waren regelmäßig von den Sturmfluten betroffen. 1936 wurde das Rantum-Becken mit einem 5 km langen Deich vom Wattenmeer abgeteilt, um einen Seeflughafen zu schaffen. Nachdem sich das Rantum-Becken dafür als untauglich erwies, wurde es als Abwasserbecken von Westerland verwendet und steht seit 1962 als Vogelschutzgebiet (Vogelkoje) mit über 50 Vogelarten unter Naturschutz. Rantum ist Standort einer Sendeanlage für das auf der Langwellenfrequenz 100 kHz arbeitende Funknavigationssystem LORAN-C. Als Sendeantenne kommt ein 193 Meter hoher, gegen Erde isolierter, selbststrahlender Stahlfachwerkmast zum Einsatz, der in 60,52 m, 120,87 m und 154,95 m abgespannt ist.

Sylt-Ost

Sylt-Ost ist eine Großgemeinde auf der Nössehalbinsel und hat ca. 5.500 Einwohner. Sie ist ein Zusammenschluss von Tinnum, Munkmarsch, Archsum, Morsum mit Keitum als Verwaltungsmittelpunkt.

Tinnum

Tinnum wird von bösen Zungen als Vorort von Westerland bezeichnet und grenzt tatsächlich mittlerweile nahtlos an die Stadt. Tinnum profitiert jedoch auch von der unmittelbaren Nähe zur Inselmetropole; so befinden sich in Tinnum heute viele attraktive Wohngebiete, einige mit endlosem Blick über die Tinnumer Wiesen gen Süden. Alte Bausubstanz ist in Tinnum eher selten zu finden, lediglich ein paar alte Höfe, sowie die 1649 erbaute Alte Landvogtei, ehemals Sitz der Sylter Landvögte, zeugen von friesischer Tradition des Ortes. Die Tinnumburg, südwestlich des Ortes gelegen, ist ein kreisförmiger Wall mit einem Durchmesser von 120 Metern und einer Höhe von 8 Metern. Sie wurde etwa im 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet, vermutlich als heidnische Kultstätte oder Wehranlage gegen Angriffe von Mensch und Meer.

Keitum

Kultstätte Keitum (friesisch: Kairem) ist einer der ältesten Orte der Insel und war über Jahrhunderte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ihr Hauptort. Erst mit dem einsetzenden Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts verlor er nach und nach seine zentrale Bedeutung. Lediglich als Verwaltungssitz des Amt Landschaft-Sylt ist ein Teil der Bedeutung heute noch präsent. Aber auch das Ende dieser Verwaltung ist absehbar - es gibt Bestrebungen zu einer einzigen insularen Verwaltung (Amtsmodell oder Stadt Sylt). In beiden Fällen würde wohl der Verwaltungssitz nach Westerland verlegt. Typisch für Keitum sind die alten Kapitänshäuser. Sie zeugen vom Wohlstand der Sylter Kapitäne, die vor allem auf Hamburger, aber auch holländischen Schiffen fuhren. Nicht wenige befehligten Walfänger, die jedes Frühjahr auf ihren gefährlichen Weg ins Nordmeer aufbrachen. Markantes Bauwerk ist die alte St. Severin-Kirche (ca. 1200); sie erhielt 1450 einen neuen Turm, der teilweise als Seezeichen und Gefängnis diente. Sie wurde 1544 evangelisch-lutherisch. Langjähriger Pastor der Kirche war Traugott Giesen. Er galt als Institution, bis er im Juni 2005 nach über 20 Jahren Dienst in den Ruhestand ging. Der Friedhof dieser Kirche ist bekannt für seine schönen alten Grabplatten und -tafeln, auf denen sich viele alte Sylter Namen wiederfinden. Nahezu alle Angehörigen der großen Keitumer Seefahrer- und Kapitänsfamilien liegen hier begraben, aber auch Auswärtige wie Rudolf Augstein ließen sich hier beisetzen. Unweit des so genannten Grünen Kliffs zum Wattenmeer lag der alte Keitumer Hafen. Heute ist er längst versandet, nur noch das alte Haus des letzten Postschiffers Thomas Selmer mit seiner imposanten Freitreppe erinnert an diese Zeiten. Die hölzernen Hafenanlagen sind in den letzten hundert Jahren vollständig im Wattenboden verschwunden. Keitum ist die Heimat des friesischen Freiheitskämpfers und Nationalhelden Uwe Jens Lornsen. Ihm ist in der Ortsmitte ein Denkmal gewidmet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das „Altfriesische Haus“ und das Heimatmuseum. Beide geben interessante Einblicke in das Leben der Sylter vor Einsetzen des Tourismus. Das Hünengrab Harhoog findet sich am Rande Keitums auf der Wattseite.

Munkmarsch

Der Name „Munkmarsch“ soll der Überlieferung nach die Bedeutung „Mönchsmarsch“ haben. Es hat sich somit bei den Wiesen um fruchtbares Marschland gehandelt, welches in irgendeiner Weise mit einem (Mönchs-)Kloster auf dem Festland verbunden war. Wenige Kilometer nördlich des alten Hauptortes Keitum gelegen, erlangte die alte Bauerschaft Munkmarsch erst Bedeutung, als der alte Keitumer Hafen mehr und mehr versandete und man beschloss, Mitte des 19. Jahrhunderts den Haupthafen der Insel auf Grund günstigerer Wasserbedingungen nach Munkmarsch zu verlegen. Bis zum Bau des Hindenburgdammes war der Hafen von Munkmarsch der wichtigste Ankunftshafen für die Gäste, die per Postschiff Raddampfer von Hoyer-Schleuse (heute dänisch) anreisten. Weiter nach Westerland ging es ab 1888 mit einer Schmalspurbahn. Hafen und Bahn verloren 1927 mit der Fertigstellung des Hindenburgdammes an Bedeutung. Die Bahn wurde abgebaut und anstelle des Fährhafens befindet sich dort heute ein privater Yachthafen. Das alte Fährhaus des letzten Postschiffers Thomas Selmer beherbergt heute ein erstklassiges Hotel.

Archsum

Bei Archsum handelt es sich um einen alten friesischen Bauernort. Er weist mit der Archsum-Burg eines der ältesten Siedlungszeugnisse der Insel auf. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts entdeckte der Tourismus diesen Ort. Es entstanden jedoch keine Appartementanlagen, sodass die dörfliche Struktur weitgehend erhalten blieb. Ferienwohnungen entstanden in renovierten Altbauten oder angepassten kleineren Neubauten. Eine Versorgung durch Einzelhandel wird durch die Nachbarorte Keitum und Morsum gesichert.

Morsum

Morsum liegt an der 1,8 km langen und bis zu 21 m hohen Steilküste Morsum-Kliff in einer Heidelandschaft. Am Morsum-Kliff (Buntes Kliff) kann die geologische Geschichte der Region der letzten fünf Millionen Jahre studiert werden. Es steht seit 1923 unter Naturschutz. Die spätromanische Kirche St. Martin wurde im 13. Jahrhundert aus Granitquadern und Feldsteinen erbaut. Statt eines Turms hat sie einen hölzernen Glockenstapel, also einen gedrungenen Turm abseits der Kirche.

Wenningstedt-Braderup (Sylt)

1923 1923 Wenningstedt (friesisch: Wonningstair) hat eine Gemeindefläche von 637 Hektar, 1.590 Einwohner und über 1.800 Zweitwohnungsbesitzer (2001). Zur Ostseite des Ortes liegt das Weiße Kliff. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Großsteingrab Denghoog, ein begehbares Familiengrab unter einem Hügel, mit großen Steinplatten ausgekleidet, aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Der Sage nach befand sich einige Meter vor der heutigen Küste der Alte Ort „Wendingstedt“ mit einem alten Friesenhafen zur Westküste. Ob dieser Hafen jemals bestand, ist jedoch fraglich, da die geografische Lage an der rauen Westküste der Insel keinen bevorzugten Ankerplatz geboten haben dürfte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand der Ort aus acht Stavenplätzen (= Höfen). Seit 1859 ist er Seebad, seit 1960 „Nordseeheilbad“. 1914 wurde die protestantische Friesenkapelle am Dorfteich errichtet. 1920 wurde im Zentrum von Wenningstedt ein sehr beliebtes Schullandheim erbaut. Gegründet wurde es als Nordseeheim der Bismarckschule (Hamburg). Heute wird es von zwei Hamburger Schulen verwaltet, dem Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer und dem Helene-Lange-Gymnasium. Das Wappen von Wenningstedt zeigt ein aus den Wellen herausragenden Bug eines Wikingerschiffes auf rotem Grund. Wenningstedt bildete mit Kampen und Braderup die „Norddörfer“ - ein früher interkommunaler Zweckverband auf der Insel. Noch heute zeugt die „Norddörfer Schule“ zwischen Wenningstedt und Kampen von diesem Verband, der sich kurz nach dem Ersten Weltkrieg auflöste. Der Begriff „Norddörfer“ entstand zu der Zeit, als die eigentlich nördlichste Gemeinde/Siedlung der Insel, nämlich List, noch zum dänischen Königreich gehörte, somit Wenningstedt, Kampen und Braderup die deutschen „Norddörfer“ waren. Wikinger Das Dorf Braderup ist seit jeher mit den übrigen „Norddörfern“ Wenningstedt und Kampen eng verbunden. Es weist keinen eigentlichen alten Ortskern auf, sondern war bis Mitte des 19. Jahrhunderts lediglich eine Bauernschaft mit wenigen Höfen. Rege Bautätigkeit setzte erst im 20. Jahrhundert ein, als der Fremdenverkehr den ruhigen Ort an der Wattseite der Insel Sylt für sich entdeckte. Besonders zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde Braderup der Urlaubsort von „stillen Stars“ - jenen prominenten Touristen, für die in Kampen längst zu unruhig geworden war. Nordöstlich des Ortes befindet sich die Braderuper Heide. Diese urwüchsige Heidelandschaft wurde bereits in den 1920er Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt und zählt heute zu den natürlichen Attraktionen der Insel. Braderup ist heute Teil der Gemeinde Wenningstedt, die seit dem Jahr 2003 offiziell den Doppelnamen „Wenningstedt-Braderup (Sylt)“ führt.

Westerland

Nachdem die Allerheiligenflut am 1. November 1436 den Ort Eidum vollständig zerstört hatte, gründeten die Überlebenden nordöstlich (Söl'ring: „Wäästerlön“) einen neuen Ort Westerland. Dieser wurde 1462 erstmals urkundlich erwähnt. 1855 wurde das Heilbad gegründet. 1905 erhielt Westerland die Stadtrechte und 1949 die Anerkennung als Heilbad. Die Stadt hat ca. 10.400 Einwohner (Stand 2004) und einen Flugplatz. Das erste Hotel des Ortes war die 1858 eröffnete „Dünenhalle“, später „Hotel Union“ an der Deckerstraße. Dieses Haus überlebte die Zeiten, bis es im Jahr 2002 abgerissen wurde. Seit 1927 ist Westerland mit seinem Kopfbahnhof Endstation der Marschbahn, einer Regelspurstrecke der Deutschen Bahn AG, die die Insel über den Hindenburgdamm mit dem Festland verbindet. Westerland wuchs damit schnell zum Hauptumschlagplatz für die Touristen und entwickelte sich rasch zum Zentrum der Insel.

Geschichte

Hindenburgdamm Vor etwa einer Million Jahren bedeckte Eis ganz Nordeuropa. Das spätere Abschmelzen hinterließ vom Eis mitgeführtes Material, etwa das markante Rote Kliff an der Westküste der Insel zwischen Wenningstedt und Kampen, das nun seit Jahrhunderten von Meer und Erosion langsam abgetragen wird. Sylt war bis zur großen Sturmflut („Mandränke“) von 1362 ein Teil des Festlandes und gehörte zu Jütland, das seit dem 8. Jahrhundert von Friesen besiedelt worden war. Im Jahre 1386 wurde Sylt zwischen dem Herzogtum Schleswig und dem Königreich Dänemark aufgeteilt, bevor die Insel 1435 bis auf List und Umgebung ganz in den Besitz Schleswigs überging. Im 15. Jahrhundert entstanden vermutlich die ersten Dünen. Walfang, Seefahrt und Austernzucht sorgten im 17. und 18. Jahrhundert für Wohlstand in der Bevölkerung. Dies ist auch die Ursprungszeit des Biike-Brennens, das jedes Jahr am 21. Februar stattfindet. Wohlhabende Kapitäne ließen sich in Keitum nieder, das bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts der Hauptort der Insel war. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Tourismus und Westerland löste Keitum als Hauptort der Insel ab. Im Ersten Weltkrieg wurde Sylt zwar vom Militär besetzt - zuerst durch das Infanterie-Regiment 162, später vom Landwehr-Regiment 85 - wurde aber nie zum Kriegsschauplatz. 1927 wurde der 11 km lange, nach Reichspräsident Paul von Hindenburg benannte Hindenburgdamm eröffnet, über den die Marschbahn führt. In den 1930er Jahren galt die Insel auch unter vielen Nazis als chic. So hatte Hermann Göring z. B. ein eigenes Haus am südwestlichen Ortsrand von Wenningstedt, er nannte es Min Lütten - dieses Haus steht heute noch nahezu unverändert. Sylt war zwar nie eine Hochburg des Nationalsozialismus, dennoch gewannen nationalsozialistische Ideologien nach und nach an Boden. Viele Hoteliers und Gastwirte passten sich sehr schnell an und erklärten ihr Haus als „Judenfrei“ oder erklärten jüdische Gäste für unerwünscht. Auch die Nazi-Organisation KDF nahm Sylt für sich als Urlaubsort ein. Und so wehten in Westerland schnell in fast allen Strandburgen und Vorgärten die Hakenkreuzflaggen. Aber auch unter den Personen, die den Nazis sehr kritisch gegenüber standen, war die Insel beliebt. Insbesondere das intellektuelle Kampen zog stets freigeistige Künstler und Literaten an. Einer der Treffpunkte war das Haus Kliffende in der Kampener Heide. Auch ein Aufmarsch der SA konnte die damalige Pensionswirtin Clara Tiedemann nicht beeindrucken - sie hisste keine Hakenkreuzflagge. 1938 erfolgte die Eindeichung des Rantum-Beckens durch den RAD (Reichsarbeitsdienst). Man wollte einen tidenunabhängigen Wasserflugplatz errichten, der jedoch bei seiner Fertigstellung nicht mehr als „kriegswichtig“ eingestuft wurde. Das Rantum-Becken dient heute als Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden. Reichsarbeitsdienst Im Zweiten Weltkrieg wurde Sylt zum Sperrgebiet erklärt. Es wurden massive Bunkeranlagen in den Dünen vom „Ellenbogen“ bis nach Hörnum gebaut, die der Stationierung von 10.000 Soldaten auf der Insel dienen sollten. Man erwartete eine mögliche Invasion der Alliierten über die Nordsee - diese geschah jedoch in der Normandie, so dass Sylt weitgehend von kriegerischen Handlungen verschont blieb. Dennoch fielen die ersten Bomben auf deutschen Boden in Hörnum auf Sylt, abgeworfen von englischen Maschinen. Im weiteren Kriegsverlauf jedoch sorgten lediglich einige Bomberverbände auf dem Weg über die Nordsee Richtung Hamburg, Kiel und Berlin mit gelegentlichen Bombenabwürfen für Unruhe in der Bevölkerung. In den letzten Kriegstagen fand die Invasion durch die Engländer mit Panzern und Fahrzeugen über den Hindenburgdamm statt. Es kam zur Kapitulation ohne Gegenwehr. 1945 wurden Heimatvertriebene der ehemaligen deutschen Ostgebiete in den alten Wehrmachtswohnungen und Lagern aufgenommen. Dies führte zeitweise dazu, dass mehr Heimatvertriebene als gebürtige Sylter auf der Insel lebten. Ein Großteil der zunächst in Lagern Untergebrachten fand Arbeit auf Sylt und blieb dort; so ist es nicht verwunderlich, dass man auf Sylt noch viele typisch ostpreußische Familiennamen findet. Eine kleine Gruppe Heimatvertriebener stellten die von ihrer Insel vertriebenen Helgoländer dar. Die Engländer erklärten nach 1945 die Insel Helgoland zum Sperrgebiet und nutzten sie als Bombenabwurfplatz, so dass die Insel bis 1952 unbewohnbar blieb. Einige Helgoländer siedelten sich auf Sylt an - besonders in Hörnum, von wo aus sie mit ihren Fischkuttern und Booten weiterhin ihre heimatlichen Gewässer anfahren konnten und so den Kontakt zu Helgoland und zur Nordsee behielten. Anders als die Heimatvertriebenen der ehemaligen deutschen Ostgebiete konnten die Helgoländer unmittelbar nach der Freigabe „ihrer“ Insel zurückkehren. Diese Chance ließ sich kaum ein Exil-Helgoländer entgehen, so dass heute kaum noch ehemalige Helgoländer zur Sylter Bevölkerung zählen.

Wirtschaft

Tourismus

Der Tourismus ist auf Sylt von großer Bedeutung. Einen Boom erlebte die Tourismusindustrie in den 1960er Jahren. Große Teile der Stadt Westerland wurden umgebaut, riesige Wohnblocks wurden im Bereich der Strandpromenade errichtet. Heute hat die Insel 21.600 Einwohner und über 60.000 Gästebetten. Zur Westseite der Insel erstreckt sich ein 38,3 km langer Sandstrand mit über 13.000 Strandkörben, der zu Wanderungen, Schwimmen und Strandgymnastik einlädt. Zur Ostseite der Insel liegt das Nordfriesische Wattenmeer. Eine bekannte Tour für Wattwanderungen liegt auf dem leicht zu begehenden Sandwatt zwischen den Orten Rantum und Hörnum. Vor den Orten Keitum und Morsum befindet sich Schlickwatt. Das Begehen ist recht mühselig und ist eher geübten Sportlern vorbehalten. Geführte Wanderungen werden von den Gemeinden, privaten Wattführern oder Naturschutzverbänden wie der Schutzstation Wattenmeer während der Saison angeboten. Die Wirtschaft der Insel ist nahezu vollständig unmittelbar oder mittelbar vom Tourismus abhängig. So sind sowohl Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen als auch das Handwerk auf die Bedürfnisse der Gäste und Vermieter zugeschnitten. Es ist keine Branche der insularen Wirtschaft zu nennen, die nicht zumindest mittelbar vom Fremdenverkehr abhängig ist. Da Sylt im Gegensatz zum strukturschwachen Festland Nordfrieslands ein Überangebot an Arbeitsplätzen aufweist, pendelt ein Großteil der Arbeitnehmer täglich vom Festland per Zug auf die Insel; somit wirkt sich die Wirtschaftskraft der Insel auch auf das angrenzende Festland aus.

Medienlandschaft

Neben einer eigenen Tageszeitung, der „Sylter Rundschau“, die im SHZ-Verlag erscheint, existieren auf Sylt durch Werbung finanzierte und kostenlos verteilte Wochenblätter. In den Sommermonaten wird an die anreisenden Gäste eine saisonal aktuelle (Hör-)CD kostenfrei verteilt, die unter dem Titel „SYLT-FM“ regelmäßig erscheint und neben Werbung allgemeine Informationen und aktuelle Sylt-Nachrichten enthält. Eigene TV- oder Hörfunkprogramme, wie sie in Urlaubsregionen und Ballungszentren verbreitet sind, finden sich auf Sylt nicht.

Windenergie

Auf der Insel gibt es, im Gegensatz zum Schleswig-Holsteinischen Festland, keine Windenergieanlagen. Das Projekt Butendiek plant jedoch, einen Offshore-Windpark mit 80 Anlagen zu je drei Megawatt Nennleistung einige Seemeilen (ca. 35 km) vor der Küste in der Nordsee westlich von Sylt errichten. Über Sinn und Nutzen dieses Windparks wird heftig gestritten. Man befürchtet neben der optischen Beeinträchtigung auch einen erheblichen Eingriff in den Lebensraum der vor Sylt lebenden Schweinswale und Seehunde. (Andererseits ertrinken jedes Jahr mehrere Tausend junge Schweinswale in traditionellen Stellnetzen, die im flachen Wasser seit Jahren aufgestellt werden.) Ferner wird eine Gefährdung der Schifffahrt durch die über 70 Meter hohen Windenergieanlagen gesehen. Als SuperGAU stellt man sich die Havarie eines Tankers an einem der Türme vor. Dennoch hat die damalige rot-grüne Landesregierung im Jahr 2004 grünes Licht für die Realisierung dieses Offshore-Windparks gegeben. Andererseits gibt es auch Stimmen, die in diesem Windparkprojekt eine Touristenattraktion sehen, wenn z. B. Fahrten zum Windpark angeboten werden können.

Verkehrsinfrastruktur

GAU GAU Auf Sylt ist - wie auch auf den nordfriesischen Nachbarinseln - motorisierter Individualverkehr zugelassen. Die Insel verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, sowie ausreichend strandnahe Parkplätze, die in der Regel jedoch kostenpflichtig sind. Mit dem PKW erreicht man die Insel entweder per DB-Autozug mit dem Sylt-Shuttle über den Hindenburgdamm, oder mit der Römö-Sylt-Linie per Autofähre von der dänischen Nachbarinsel Rømø, die durch einen Autodamm mit dem Festland verbunden ist. Die Römö-Sylt-Linie hat am 12.07.2005 eine neue Doppelend-Fähre - die „SYLT-EXPRESS“ - in Dienst gestellt, die in Ihrer Kapazität die beiden ausgemusterten Fährschiffe „Vikingland“ und „Westerland“ erheblich übertrifft. Neben den Autozügen verkehren über den Hindenburgdamm Nah- und Fernverkehrszüge (IC/EC). Die Bahnhöfe der Insel sind (von Ost nach West): Morsum (Sylt), Keitum und Westerland. Der Hauptbahnhof liegt im Zentrum in der Inselmetropole Westerland. Per Flugzeug lässt sich Sylt über den Flughafen Sylt sowohl im Linien- als auch im Charterverkehr erreichen. Auf der Insel wird der ÖPNV durch die Linien- und Charterbusse der Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) -vormals Ruy Prahl- sichergestellt. Die Busse der SVG fahren auf vier Linien in relativ enger Taktung sämtliche Inselorte an. Innerhalb Westerlands verkehren zusätzlich so genannte Stadtbusse Als Radfahrer kann man auf ein hervorragend ausgebautes Radwegenetz zurückgreifen, welches alle Inselgemeinden erschließt. Es gibt kaum eine Stelle, die nicht bequem per Rad erreicht werden kann. Sylt verfügt ferner über vier Häfen, von denen der nördlichste in List und der südlichste in Hörnum öffentlich und allgemein nutzbar sind. Von diesen Häfen fahren Passagierschiffe zu Nachbarinseln und zu Kurzseefahrten in das Wattenmeer; auch ist dort eine touristische Infrastruktur mit Fischbuden etc. entstanden . Diese Häfen bieten als Schutzhäfen daneben Anlegeplätze für Sportboote. Fahrzeuge der Krabben- oder Muschelfischer machen gelegentlich in Hörnum fest. Die Häfen in Munkmarsch und Rantum sind im Eigent um von Yachtclubs und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Sylter Inselbahn

Von 1888 bis 1970 verfügte die Insel Sylt über eine Schmalspurbahn mit 1.000 mm Spurweite, die so genannte Inselbahn. Zunächst befuhr sie ab 1888 in den Sommermonaten die etwa 4,2 km lange Strecke vom Hafen Munkmarsch in die Inselmetropole Westerland. Nach der Jahrhundertwende, im Jahre 1901, errichtete die HAPAG die so genannte Südbahn vom Hafen Hörnum nach Westerland. Um 1903 wurde von Westerland eine Schmalspurbahn in den Norden der Insel errichtet, zunächst bis Kampen, 1908 dann bis nach List. Zunächst bestanden diese Bahnen nebeneinander, erst mit dem Bau des Hindenburgdammes und der Anbindung der Insel an das Streckennetz der Reichsbahn wurden Nord- und Südbahn am Westerländer Reichsbahnhof vernetzt. Etwa zum gleichen Zeitpunkt wurde der Verkehr der alten Ostbahn auf der Strecke Munkmarsch-Westerland eingestellt. Während der beiden Weltkriege ergänzte die Wehrmacht dieses Streckennetz um einige Kilometer, um ihre oft abgelegenen Lager und Geschützstellungen anzubinden. So wurde etwa der gesamte Ellenbogen bei List mit einem Schienennetz versehen. Diese Strecken wurden jedoch unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig abgebaut. In den 1950er Jahren erlebte die Inselbahn einen erneuten Aufschwung und es wurden unter anderem im Jahre 1957 fünf der für diese Inselbahn so typischen Leichttriebwagen (LT) eingesetzt. Dabei handelte es sich um eine Sylter Eigenentwicklung, bei der Borgward-Sattelschlepper zu Schienenbussen umgebaut wurden. Diese Umbauten erfolgten nach eigenen Plänen und in der Werkstatt der Inselbahn. Hintergrund dieser Eigenentwicklung war die Tatsache, dass sich die zugekauften Triebwagen oftmals als zu schwer für die in den losen Sand verlegten Gleise erwiesen. Neben diesen Leichttriebwagen verrichteten unzählige neu oder gebraucht angeschaffte Triebwagen, Draisinen, Lokomotiven und Anhänger auf der Insel ihren Dienst. Den Siegeszug des Individualverkehrs auf Sylt konnte dies jedoch auch nicht aufhalten, und so wurden Nord- und Südbahn am 29. Dezember 1970 stillgelegt. Den Personenverkehr übernahmen nun die Busse der Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG). Heute gehört die SVG dem Reeder Sven Paulsen, der auch mit seiner Adler-Reederei Ausflugsschiffe auf Nord- und Ostsee betreibt. Ein Großteil der alten Trasse der Bahn dient heute als landschaftlich reizvoller Rad- und Wanderweg, der die gesamte Insel in Nord-Süd-Richtung erschließt. Von den Bahnhofsgebäuden ist lediglich der ehemals „nördlichste Bahnhof Deutschlands“ in List erhalten geblieben. Die übrigen Gebäude und Betriebshöfe mussten allesamt dem Straßenbau oder Appartementhäusern weichen. Ein Leichttriebwagen ist bis heute erhalten geblieben; er steht heute stark sanierungsbedürftig im Hannoverschen Straßenbahn-Museum in Sehnde-Wehmingen bei Hannover. Der übrige Fuhrpark dieser Bahn ist entweder sofort verschrottet oder an andere Kleinbahnen abgegeben worden. Vor dem Westerländer DB-Bahnhof erinnert eine Tafel vor einem kleinen Stück Gleisbett noch an diese Bahn.

Kultur

Religion

Von alters her waren die Sylter Friesen nicht nur ein freisinniges, sondern vor allem ein heidnisches Volk. Die Christianisierung der Friesen erreichte um 1150 auch Sylt, sodass anzunehmen ist, dass die ersten katholischen Gotteshäuser in dieser Zeit entstanden. Um 1240 entstand die noch heute bestehende mächtige St. Severin Kirche zu Keitum, der Turm wurde um 1450 aus Ziegel- und Feldsteinen errichtet. Weithin sichtbar auf einer Anhöhe und an der Stelle einer alten heidnischen Kultstätte nördlich von Keitum gelegen galt sie nicht nur als Seezeichen, sondern sollte das neue Selbstbewusstsein der Kirche demonstrieren. In den 1520er Jahren erreichten die Ausläufer der Reformation die Insel, sodass ab dieser Zeit alle Gotteshäuser zu protestantischen Kirchen wurden. Die Friesen selbst nahmen wohl den Protestantischen Glauben an, behielten sich jedoch weiterhin vor, ihre eigenen heidnischen Rituale fortzusetzen; eines davon ist das Biikebrennen. Lange Zeit blieb diese protestantische Monokultur erhalten. Erst mit dem Einsetzen des Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts kamen nach und nach einige Katholiken auf die Insel, teils als Gäste, teils als neue Einwohner. Ende des 19. Jahrhunderts trug man diesen Veränderungen Rechnung und errichtete in der Neuen Strasse in Westerland eine kleine katholische Kapelle. 1957 war diese längst zu klein geworden und mit der Christopherus-Kirche wurde ein neues Gotteshaus geweiht. Heute bestehen auf Sylt folgende Kirchen: Evangelische: List, Wenningstedt, Westerland, Keitum, Morsum und Hörnum. Katholische: List und Westerland. Daneben haben in Westerland Freikirchliche Gemeinden und andere Glaubensgemeinschaften Ihre Gemeindehäuser errichtet.

Jöölboom

Erst um 1850 wurden die ersten Weihnachtsbäume auf der Insel aufgestellt – bis dahin musste man sich zur Weihnachtszeit auf der fast baumlosen Insel mit dem Jöölboom behelfen: Es handelte sich dabei um ein kleineres Holzgestell, an den ein Kranz aus immergrünen Zweigen gebunden wurde. Der Jöölboom ruht auf einem Sockel mit dem Abbild von Adam und Eva unter einem (Apfel-)Baum mit der Schlange. Darüber sind ein Pferd, ein Hund und ein Hahn dargestellt. Die aus Salzteig gefertigten Figuren besitzen allesamt symbolische Bedeutung: Adam und Eva mit der Schlange sollen für die Erkenntnis stehen und bilden gleichzeitig den biblischen Bezug. Das Pferd soll für Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer stehen. Der Hund steht für die Treue. Der zuoberst platzierte Hahn soll Wachsamkeit ausdrücken. Je nach Geschmack und Tradition wurden weitere Naturprodukte als Dekorationsgaben hinzugefügt. Mittlerweile hat sich durchgesetzt, dass an diesem Gestell vier Kerzen befestigt werden, welche ähnlich denen eines Adventskranzes vor Weihnachten entzündet werden.

Friesenhäuser

Im Unterschied zu den Friesenhäusern auf dem Festland weisen die so genannten Utlandfriesischen Häuser einen spitzen Giebel über der Eingangstür auf, welcher sich bis knapp unter den First erstreckt. Die Friesenhäuser des Festlandes haben einen breiteren, weniger spitzen Giebel (Backengiebel). Diese Giebel (breit oder spitz) waren angelegt, damit bei einem Feuer das brennende Reet des Daches nicht vor die Eingangstür rutschte, sondern durch den Giebel gelenkt rechts und links davon herabfiel. Der Rettungsweg blieb somit stets frei. Die Statik dieser Häuser beruhte auf einem Ständerwerk, das bedeutet, dass die Last des Daches und des Heubodens auf hölzernen Ständern ruht, die innerhalb der nichttragenden Außenmauern liegen. Die Außenmauern dienten somit nur dem Wetterschutz und konnten somit aus statischer Sicht relativ schwach ausgelegt werden. Das Fundament der in der Regel nicht unterkellerten Häuser bestand aus Feldsteinen. In einigen Häusern befindet sich unter der Küche ein nicht begehbarer Vorratsraum, der mit Feldsteinen ausgemauert in den Boden eingelassen war. Die Häuser stehen nahezu alle in Ost-West-Richtung, um dem vorherrschenden Westwind eine möglichst geringe Angriffsfläche zu bieten. Im dem Wetter zugewandten Westteil der Häuser befanden sich die Ställe, sodass der Wohnbereich auf der geschützteren Ostseite lag. Die Dachgeschosse der alten Häuser wurden in der Regel nicht zum Wohnen genutzt, sondern dienten als Heu- und Vorratslager. Dazu befand sich in dem oben erwähnten Friesengiebel eine Heuluke. Weiteres Merkmal dieser utlandfriesischen Häuser war die Klöntür. Diese Tür ist horizontal zweigeteilt, so dass die obere Hälfte geöffnet werden konnte um z. B. zu lüften. Die geschlossene untere Hälfte verhinderte, dass Kleintiere, die oft rund ums Haus gehalten wurden, in die Stube gelangen konnten. Durch die somit halb geöffnete Tür ließ sich vortrefflich mit den Nachbarn schwatzen. Schwatzen = Syltfriesisch „Klöön“ (Plattdeutsch „Klönen“); daher der Name dieser Türart. Die Insel war ursprünglich auf Grund der Kargheit des Landes und der Unwirtlichkeit des Wetters recht dünn besiedelt. So standen um 1800 in Wenningstedt acht Friesenhäuser, in List zwei Höfe. Hörnum war bis etwa 1900 völlig unbesiedelt. Bis heute erhaltene Friesenhäuser stehen nahezu ausnahmslos unter Denkmalschutz, dennoch wurden fast alle Häuser mit mehr oder weniger starken baulichen Veränderungen zu reinen Wohn- oder Appartmenthäusern umgewandelt. Lediglich das als Museum betriebene so genannte "Altfriesiche Haus" in Keitum zeigt die ursprüngliche Nutzungs- und Bauform dieser Gebäude weiterhin auf.

Biikebrennen

In der Nacht des 21. Februar eines jeden Jahres werden in vielen Inselorten große Feuer angezündet. Die Geschichte dieser Feuer geht in die vorchristliche Zeit zurück und kann etwa als Vertreibung der Wintergeister gedeutet werden; es gibt auch Quellen, die vermuten lassen, dass diese Feuer zu Ehren nordischer Gottheiten entzündet wurden. Später dienten sie der Verabschiedung der Grönlandfahrer. Das waren jene Sylter, die als Kapitäne oder Besatzung der Walfänger im Frühjahr ins Nordmeer zogen. Wiederbelebt hat diesen Brauch der Sylter Chronist C. P. Hansen gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Seitdem werden wieder Biiken aufgeschichtet und am Vorabend des Petritages entzündet.

Maskenlauf

Das Maskenlaufen ist eine Sylter Art des in Nordfriesland verbreiteten „Rummelpottlaufens“. Dieser Brauch wird vor allem in den Sylt-Oster Dörfern noch gepflegt. Zu Silvester ziehen kleinere Gruppen von Erwachsenen und Kindern, mit Masken verkleidet, von Haus zu Haus. Die so verkleideten „Omtaakelten“ tragen Lieder und Gedichte in friesischer Sprache vor, oft geht es darin um lokale Ereignisse des vergangenen Jahres. So mancher Bewohner bekommt von den bis zur Unkenntlichkeit Verkleideten schon ganz schön sein Fett weg! Dass bei diesen Umzügen auch ein wenig dem Nationalgetränk der Sylter - dem Rum - (mit heißem Wasser verdünnt oder pur) zugesprochen wird, muss nicht erwähnt werden. Somit enden diese Umzüge erst weit nach Mitternacht, indem sich die Umherziehenden noch auf einige Gläser treffen. Das klassische „Raketenschießen“ und Böllern ist auf der ganzen Insel untersagt - der Grund ist die hohe Brandgefahr auf Grund der vielen reetgedeckten Häuser und des trockenen Dünengrases. Dies hindert jedoch einige Touristen - vor allem in Westerland - nicht daran, es trotzdem zu versuchen.

Sprachen

Die einheimische Sprache der Insel Sylt ist das Friesische. Die Sylter Mundart wird Sölring genannt. Mit den Mundarten von Föhr, Amrum und Helgoland bildet sie die inselnordfriesische Dialektgruppe, die sich deutlich vom Festlandnordfriesischen abtrennt. Sölring unterscheidet sich von den anderen Inselmundarten durch die größere Anzahl von dänischen Lehnwörtern. Die üblichen nordfriesischen Rechtschreibregeln werden nicht für die Sylter Mundart verwendet. Einige hundert Menschen sprechen heute noch das Sylter Friesisch. In der Nähe von Westerland wird in vielen Familien zudem noch Plattdeutsch gesprochen. Auf der Insel findet sich zudem eine dänische Minderheit. In Westerland und List bestehen zum Beispiel zwei dänische Schulen. Insbesondere der Norden und der Süden sind ansonsten fast rein hochdeutschsprachig.

Sylter Originale (zugereiste wohlgemerkt)

Sylt war schon seit Beginn des Badetourismus Mitte des 19. Jahrhunderts Anziehungspunkt vieler Glücksritter und Originale, die auf vielfache Weise versuchten und versuchen, auf Sylt ihr Glück zu machen. Kaum ein Tourist kommt an den „Fischtempeln“ und Buden von Jürgen Gosch vorbei. Dabei hat auch dieser äußerst erfolgreiche Unternehmer, der mittlerweile ein Fischimperium in ganz Deutschland besitzt, einmal ganz bescheiden angefangen: Als Maurer kam der junge Jürgen Gosch aus Tönning auf die Insel und begann nebenbei Aale und Krabben an die vom Strand heimkehrenden Touristen zu verkaufen. Da dieses Geschäft immer besser lief, kaufte er sich Anfang der 1970er Jahre einen kleinen Verkaufswagen und verkaufte von nun an seinen Fisch am Lister Hafen. Aus dieser ehemals „nördlichsten Fischbude Deutschlands“ wurde mit viel Einsatz, Witz und kaufmännischem Geschick ein Unternehmen mit einigen hundert Mitarbeitern, das neben Restaurants und Fischständen auf der Insel und in den deutschen Metropolen auch einen erfolgreichen Fischversand bietet. Trotz dieser Entwicklung findet man Jürgen Gosch noch immer regelmäßig in seiner mittlerweile neu erbauten „Fischbude“ am Lister Hafen. Die christliche Kirche hatte bei den als heidnisch und seit jeher eigenbrödlerisch verschrieenen Sylter Friesen nie einen leichten Stand. Dennoch gab es mit dem aus Berlin stammenden Pastor Traugott Giesen der St. Severin Kirche zu Keitum einen Mann, der gegen den Trend stets vor vollen Bänken predigte. Seine sehr persönliche und unkonventionelle Art hatte ihm beachtlichen Ruhm eingebracht. Kritiker sahen in Traugott Giesen einen Showmaster oder Schaumschläger, der sich nach ihrem Geschmack zu weit von der christlichen Lehre entfernt hatte. Seine Gottesdienstbesucher - Sylter und Gäste - jedoch schätzten ihn sehr. Ende Mai 2005 verabschiedete sich Traugott Giesen von seiner Gemeinde und trat in den Ruhestand. Jedoch bleibt er der Insel als Einwohner erhalten. In den 1980er und 1990er Jahren gab es kaum eine Promi-Party auf Sylt, auf der nicht Butler John zugegen war. Seine Dienste bot er als Miet-Butler für betuchte Kunden an. Er servierte z. B. in seiner Livree und weißen Handschuhen Champagner am Strand. Durch seine vielen Partyeinsätze und seine Persönlichkeit wurde er jedoch schnell selbst zum „Promi“. In den letzten Jahren wurde es ruhiger um diesen Mann, altersbedingt zog er sich mehr und mehr vom Partygeschehen zurück.

Siehe auch


- Portal:Schleswig-Holstein
- Ekke Nekkepenn

Literatur


- Hans Jessel: Das große Sylt Buch. Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2000. ISBN 3-89234-531-7
- Harry Kunz, Thomas Steensen: Das Sylt-Lexikon. Wachholtz Verlag, Neumünster 2002. ISBN 3-529-05518-2

Weblinks


- [http://www.sylt.de/ Homepage von Sylt]
- [http://www.amtlandschaftsylt.de/ Homepage der Sylter Amtsverwaltung]
- [http://www.lauritzen-hamburg.de/fotos_sylt.html Historische Fotos von Sylt] Kategorie:Insel (Deutschland) Kategorie:Geographie (Schleswig-Holstein) Kategorie:Nordfriesland

Wanderdüne

Dune (deutscher Titel Der Wüstenplanet) ist der Titel der ersten Folge einer Reihe von Science-Fiction-Romanen von Frank Herbert, und zugleich einer der Namen des Planeten Arrakis, auf dem die Handlung spielt. Dune gewann 1965 als erster Roman den Nebula Award. Ein Jahr später folgte der Hugo Award in der selben Kategorie. Bis heute verkaufte das Buch sich über zwölf Millionen mal. Der ursprüngliche Wüstenplanet-Zyklus von Frank Herbert wurde nach dessen Tode um bislang zwei zeitlich früher angesiedelte Romanserien erweitert: Die Frühen Chroniken, die einen direkten Vorspann bilden, sowie die weiter in der Vergangenheit angesiedelten Legenden. Autoren dieser neuen Serien sind Frank Herberts Sohn Brian Herbert und Kevin J. Anderson.

Zum Inhalt

Erster Zyklus

Die ersten drei Romane (erster Zyklus) stellen eine von Beginn an als Gesamtwerk konzipierte Einheit dar. Die Welt der Wüstenplanet-Romane ist in eine ferne Zukunft gesetzt (beim ersten Buch ca. 26391 n. Chr. [Das Jahr 10191 beschreibt das Jahr nach Gründung der Raumgilde, die ca. 16200 n. Chr. gegründet wurde.]), in der die Menschheit in einem feudalen Imperium unter einem Kaiser (Padishah-Imperator) und lokalen (d.h. planetarischen) Fürsten auf einer Vielzahl von Planeten lebt. Die Navigatoren der Raumfahrergilde stellen die schnelle und einzige Verbindung zwischen den Welten des Imperiums sicher. Daneben stellen die Techniker vom Planeten IX (sprich: i-x) und der ausschließlich von Frauen gebildete Orden der Bene Gesserit wichtige Machtgruppen. Denkende Maschinen (Computer, Cyborgs) wurden vor langer Zeit in einem Krieg vernichtet (Butlers Dschihad) und dürfen nicht benutzt werden. Stattdessen wurden Menschen zu mathematischen Höchstleistungen konditioniert (so genannte Mentaten). Die Dune-Saga entfaltet sich in dem Konflikt zweier Fürstenhäuser, Atreides (gesprochen: A-tre-ides, nach dem legendären Ahnherrn Atreus) und Harkonnen, um den Wüstenplaneten (Arrakis, von den Fremen Dune genannt). Der Wüstenplanet ist aufgrund der nur dort gefundenen Droge „Melange“ (Gewürz) von herausragender Bedeutung: Nur die „Melange“ ermöglicht den Navigatoren der Raumschiffe, die Verbindung zwischen den weit entfernten Welten herzustellen. Ohne „Melange“ würde das Imperium auseinanderfallen. Daneben hat „Melange“ bewusstseinsverändernde und das Altern verlangsamende Eigenschaften. Aus diesem Grund ist die Herrschaft über den Wüstenplaneten stark begehrt, aber auch umkämpft. Der Romanzyklus beginnt mit der Übergabe des Wüstenplaneten als Lehen durch den Kaiser vom Haus Harkonnen an das Haus Atreides. Zentrale Figur des ersten Romans ist der junge Paul Atreides, der Sohn des Herzogs Leto Atreides und seiner Konkubine Jessica, einer Bene Gesserit (ein Frauenorden mit zusätzlichen mentalen Fähigkeiten). Er wird auf seine Rolle als zukünftiger Herzog vorbereitet, und erlebt, wie der Kaiser und das Haus Harkonnen seinen Vater durch Verrat ermorden und ihn und seine Mutter in die Verbannung treiben. Die beiden flüchten in die Wüste und treffen dort auf Sandwürmer und auf die Fremen, das Volk der Wüste. Mit Hilfe der Fremen organisiert Paul den Widerstand. Bei den Fremen kommt er verstärkt in Kontakt mit einer anderen von Melange abgeleiteten Droge („Das Wasser des Lebens“) und erhält hellseherische Fähigkeiten. Paul wird zum geheimen Anführer der Fremen und führt sie als „Messias“ Paul Muad'dib in den Krieg gegen die Harkonnen und den Kaiser. Der zweite Roman sieht eine Stagnation und das Scheitern der Vision des zum Kaiser gekrönten Paul Muad'Dib. Paul konnte den „Weltenumspannenden Krieg“, den er vorhergesehen hatte, nicht verhindern und Milliarden Menschen starben in einem Krieg, der in seinem Namen geführt wurde. Zentrales Thema dieses Romans ist die Unmöglichkeit einer Theokratie, die auf einem absoluten Vorherwissen, wie es Paul durch seine Visionen gegeben ist, basiert. Eine Verschwörung versucht den Sturz Pauls herbeizuführen; dieser nutzt die Ereignisse, abzudanken, und die Regierung in die Hände seiner Schwester Alia zu legen, bis seine Zwillingskinder, Leto und Ghanima, alt genug sind. Er selbst geht erblindet in die Wüste. Der dritte Roman kehrt zum Thema der Zukunftsvision in erweiterter Form zurück. Pauls Kinder, mit seinen Fähigkeiten ausgestattet, treten auch sein visionäres Erbe an. Weite Teile des Romans drehen sich darum, dass Leto die Fehler seines Vaters vermeiden will. Gleichzeitig ist auch dieser Roman in eine Verschwörung eingebettet, in der die ehemaligen Machtgruppen das Kaiserhaus der Atreides zu stürzen suchen. Leto kann das Scheitern seines Vaters Paul allerdings nur umgehen, indem er eine Symbiose mit dem Sandwurm eingeht und dabei sein Menschsein aufgibt.

Gottkaiser

Der vierte Roman der Serie spielt 3500 Jahre nach der Regierungsübernahme Letos. Der Leser erfährt, dass Leto die Symbiose mit dem Sandwurm eingegangen ist, da nach seiner Vision die Menschheit sonst untergegangen wäre. Ein wichtiges Motiv dieses Romans ist die Bedeutung der Religion. Leto erscheint gottgleich und wird von einer fanatischen Kirche verehrt. Ohne dass es den Beteiligten klar wird, plant Leto seinen eigenen Tod, um die von ihm in Fesseln gelegte Menschheit wieder freizusetzen. Dieses Motiv eines sich für die Menschheit opfernden Gottes ist aus verschiedenen Religionen bekannt. Der Roman endet, als Menschen, die genetisch bedingt außerhalb der Vision Letos stehen, in die unbesiedelten Weiten des Universums aufbrechen, und die Menschheit in die „Unendlichkeit“ verstreuen. Letos Plan, die Menschheit zu bewahren, gelingt.

Zweiter Zyklus

Der fünfte und sechste Roman bilden wiederum eine Einheit. Den geplanten Abschlußband konnte Frank Herbert nicht mehr vollenden. Die Romane sind weiter um einige 1000 Jahre in die Zukunft gesetzt. Die Menschheit hat technische, biologische und psychologische Fortschritte gemacht, doch die zentrale Frage der vorigen Romane, das Überleben der Menschheit und die Frage, was es ausmacht, Mensch zu sein, kehren wieder. Das Universum wird nicht mehr von einem Kaiser regiert; unabhängige Gruppen (Bene Gesserit, Bene Tleilax, IX) ringen um die Vormacht, als die Rückkehr anderer Machtgruppen aus der Verstreuung das Gleichgewicht stört. Die Übermacht dieser Gruppen droht das Ende der Menschheit, einschließlich der Rückkehrer, einzuleiten. Beide Romane verfolgen die Anstrengungen der Bene Gesserit, in deren Rängen viele Nachkommen der Atreides sind, den Untergang abzuwenden.

Stil

Über weite Strecken sind die Romane von mystischen und philosophischen Reflexionen in Form von Dialogen oder inneren Monologen der Hauptfiguren geprägt. Der Stoff galt deshalb lange Zeit als unverfilmbar. Zwar wird David Lynchs Erstverfilmung immer noch als beste, aber dem Anspruch des Romans auch nicht gerecht werdende Version angesehen, zumal aus kommerziellen Erwägungen der Produzenten große Teile des ursprünglichen Materials dem Schnitt zum Opfer fielen. Auffallend in den Romanen ist der häufige Gebrauch von Worten aus dem arabischen Sprachraum und Beschreibungen von religiösen Tendenzen, die eher dem Islam als dem Christentum zuzuordnen sind.

Bezüge zum übrigen Werk

Motive der Dune-Romane finden sich in einigen im gleichen Zeitraum entstandenen kürzeren Romanen und Erzählungen Frank Herberts. Hier sind insbesondere Der Drache in der See (The Dragon in the Sea), Die Augen Heisenbergs (The Eyes of Heisenberg), Die Leute von Santaroga (The Santaroga Barrier) und Die Riten der Götter (The Godmakers) zu nennen. Wiederkehrende Themen sind bewußtseinsverändernde Drogen (Die Leute von Santaroga) oder Fähigkeiten (Die Riten der Götter), die Frage nach einer stabilen Regierungsform (Die Augen Heisenbergs), genetische Manipulation oder die Züchtung von Übermenschen (Die Riten der Götter, Die Augen Heisenbergs) sowie eine von Frauen geleitete Geheimgesellschaft, die die Regierungsübernahme anstrebt (Die Riten der Götter). Jene Romane lassen sich als literarische Versuche deuten, in denen Frank Herbert seine Ideen entwickelte, bevor sie in sein Hauptwerk einflossen.

Rezeption

Dune gilt seit seinem Erscheinen als einer der besten SF-Romane und genießt seitdem einen Kultstatus. Das hat mehrere Gründe. Herbert durchbrach das damals übliche Schema des Genres, das sich auf aktionsreiche Abenteuer, gespickt mit mehr oder weniger fantasievollen Schilderungen naturwissenschaftlich begründeter Phänomene, stützte. Stattdessen beschrieb er ein ganzes zivilisatorisches Universum bis in kleinste Details des täglichen Lebens, indem er globale Ereignisse und Entwicklungen seiner Zeit in eine ferne Zukunft extrapolierte. Vor dem Hintergrund des Widerspruchs zwischen Ökonomie und Ökologie als Leitmotiv entwarf er das Modell einer posttechnologischen Feudalgesellschaft mit stark mystifizierenden Elementen. Die gesellschaftlich relevanten Themen seiner Zeit spiegeln sich direkt oder als Metaphern im Roman wider: Die schnelle wissenschaftlich-technische Entwicklung, besonders der elektronischen Rechentechnik, rief irrationale Ängste vor der Machtübernahme durch Maschinen und Computer hervor. Damit einher gingen die umfassende Verschiebung und das Wegbrechen traditioneller Werte und religiöser Grundlagen. Vor dem Hintergrund der permanenten Drohung einer globalen Vernichtung durch die Atomwaffen des Kalten Krieges suchte die Jugendkultur Alternativen in östlichen Philosophien und Heilslehren, begleitet vom Konsum psychogener Drogen. Man begann, die ökologischen Auswirkungen der raschen und extensiven Industrialisierung zu hinterfragen. Feminismus, Gleichberechtigung und die neu zu definierende Rolle der Frau wurden zu heftig diskutierten Themen. Nicht zuletzt finden die tiefgreifenden philosophischen Grundsatzfragen, die der Quantentheorie innewohnen, ihren Widerhall. Es ist leicht nachvollziehbar, dass ein mit solchen Zutaten gespickter Zukunftsroman schnell zum Kultbuch der revoltierenden Jugend in den späten Sechzigern avancierte. Frank Herbert war vor dem Verfassen der ersten drei Dune-Bücher an Fragen der Wüstenbildung und Ökologie interessiert, und versuchte gleichzeitig, die Abhängigkeit der Menschheit vom Erdöl literarisch (in Form von Melange) zu fassen. Die Vermischung ökonomischer und religiöser Faktoren auf dem Wüstenplaneten hat viele Parallelen mit der Situation im Nahen Osten. Selbstmordattentate gelten den Fremen als akzeptable Methode der Kriegsführung.

Die Wüstenplanet-Serie

Die chronologische Reihenfolge der Romane ist # Der Wüstenplanet – Die Legenden # Der Wüstenplanet – Die Frühen Chroniken # Der Wüstenplanet (Original-Zyklus von Frank Herbert)

Ursprünglicher Dune-Zyklus von Frank Herbert


- 1965 Dune (dt. Der Wüstenplanet)
- 1969 Dune Messiah (dt. Der Herr des Wüstenplaneten)
- 1976 Children of Dune (dt. Die Kinder des Wüstenplaneten)
- 1981 God Emperor of Dune (dt. Der Gottkaiser des Wüstenplaneten)
- 1984 Heretics of Dune (dt. Die Ketzer des Wüstenplaneten)
- 1985 Chapterhouse Dune (dt. Die Ordensburg des Wüstenplaneten) Die ersten drei Bände hängen zeitlich und in den Hauptpersonen eng zusammen. Der vierte Band ist einige Tausend Jahre in die Zukunft gesetzt, und die beiden letzten Bände bilden wiederum ein eng aufeinander abgestimmtes Paar. Ein siebter Band sollte die mit Heretics und Chapterhouse begonnene zweite Trilogie abschließen, wurde aber aufgrund Herberts Tod nicht vollendet. Kevin J. Anderson und Herberts Sohn Brian Herbert haben angekündigt, zwei neue Bücher ("Hunters of Dune" und "Sandworms of Dune") zu veröffentlichen. Diese sollen auf Frank Herberts Notizen zum siebten Buch basieren und die Wüstenplaneten-Saga damit abschließen.

"Die Chroniken" und "Legenden des Wüstenplaneten"


- 1999: Prelude to Dune: House Atreides (dt. Der Wüstenplanet – Die frühen Chroniken 1: Das Haus Atreides)
- 2000: Prelude to Dune: House Harkonnen (dt. Der Wüstenplanet – Die frühen Chroniken 2: Das Haus Harkonnen)
- 2001: Prelude to Dune: House Corrino (dt. Der Wüstenplanet – Die frühen Chroniken 3: Das Haus Corrino)
- 2002: Legends of Dune: The Butlerian Jihad (dt. Der Wüstenplanet – Die Legenden 1: Butlers Djihad)
- 2003: Legends of Dune: The Machine Crusade (dt. Der Wüstenplanet – Die Legenden 2: Der Kreuzzug)
- 2004: Legends of Dune: The Battle of Corrin (dt. Der Wüstenplanet - Die Legenden 3: Die Schlacht von Corrin) Die frühen Chroniken von Brian Herbert und Kevin J. Anderson bilden zusammen einen Handlungsbogen und erzählen die unmittelbare Vorgeschichte zum ersten Roman "Der Wüstenplanet". Die Legenden gehen zu den Anfängen des Dune-Universums zurück, und versuchen, die Macht- und Gesellschaftsstrukturen zu begründen.

Verarbeitungen

Verfilmungen

Die Romane wurden bereits mehrfach fürs Kino und Fernsehen adaptiert. Bereits 1975 versuchte der Regisseur Alejandro Jodorowsky den ersten Roman zu verfilmen. Er engagierte den Künstler Chris Foss, der Gestaltungsvorlagen schuf, veröffentlicht im Buch "21st Century Foss", ISBN 9063325711. Das Projekt scheiterte jedoch.

David Lynchs Kinofilm

Der erste Roman der Buchreihe wurde dann 1984 von David Lynch verfilmt, in den Hauptrollen u.a. Kyle MacLachlan als Paul Atreides, Jürgen Prochnow als Herzog Leto, Sting als Feyd-Rautha Harkonnen sowie Patrick Stewart als Gurney Halleck.
- Siehe Hauptartikel Der Wüstenplanet (Film)

Die Dune-Miniserie

Eine zweite, enger an das Buch angelehnte dreiteilige TV-Verfilmung unter dem Originaltitel Frank Herbert's Dune von 2000 wurde in Deutschland erstmals vom 22. bis 24. April 2001 auf ProSieben ausgestrahlt.
- Siehe Hauptartikel Dune – Der Wüstenplanet (Miniserie)

Children of Dune

Die Bände 2 und 3 wurden am 16. März 2003 unter dem Titel Children of Dune im US-Fernsehen ausgestrahlt; in Deutschland lief die ebenfalls dreiteilige Miniserie zum ersten Mal am 3., 4. und 6. November auf RTL. Es existiert davon auch ein Zusammenschnitt als 90-minütiger Spielfilm.
- Siehe Hauptartikel Children of Dune (Miniserie)

Hörspiel

Ein deutsches Hörspiel ist nicht bekannt. Im Englischen wurde der komplette Original-Zyklus von Frank Herbert verarbeitet. Es gibt zwar kein Hörspiel, jedoch gibt es das Buch in einer Kurzfassung vorgelesen.

Parodie: "Der wüste Planet"

Das englische Original, "National Lampoon's Doon" wurde 1984 veröffentlicht. "Franz und Herbert – Der wüste Planet – Die Parodie von Ellis Weiner" erschien 1985 in Deutschland.

Spiele

Computerspiele

Es sind mehrere Dune-Computerspiele erschienen:
- Dune – Ein Adventure von Cryo Interactive Entertainment
- Dune II – Kampf um Arrakis – Eines der ersten Echtzeit-Strategiespiele (Westwood Studios)
- Dune 2000 – Eine Neuauflage von Dune II (Westwood Studios)
- Emperor - Schlacht um DuneWestwood Studios
- Frank Herbert's Dune – Ein 3D-Actionspiel basierend auf der dreiteiligen TV-Miniserie (Cryo Interactive Entertainment) Dune Generations, eine Verbindung aus Massive Multiplayer Online Roleplaying Game und Echtzeit-Strategiespiel wurde nicht fertiggestellt, da die Firma Cryo Interactive Entertainment geschlossen wurde.

Brettspiele

Es gab zwei strategische Brettspiele zu Dune. Das Brettspiel von Parker basiert auf dem Film von David Lynch.

Kartenspiel

Es erschien ein englisches Sammelkartenspiel zu Dune.

Weblinks


- (Kinofilm)
- (Fernsehserie)
- (Fernsehserie)
- [http://www.fictionfantasy.de/article-1596-flat-1-.html-1 Übersichtsseite zu den Büchern und den Filmen mit Rezensionen]
- [http://s10.invisionfree.com/Arrakeen/ Arrakee: Diskussions-Forum zum Duninversum (englisch)]
- [http://www.dunenovels.com Offizielle Dune-Website]
- [http://www.dunepedia.net DunePedia (deutsch/englisch)] Wüstenplanet Kategorie:Literatur (20. Jh.) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Romanzyklus Kategorie:SF-Literatur

Heide (Landschaft)

Heide ist die Bezeichnung für einen Landschaftstyp. Kennzeichnend ist der oft nährstoffarme und saure Boden. Typische Pflanzen der Heidelandschaft sind Heidekrautgewächse, Wacholder und Kiefern. Weit bekannte Heidelandschaften sind die Lüneburger Heide in Niedersachsen, die Colbitz-Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt oder die Schorfheide in Brandenburg und die Lechheiden. Heidelandschaften entstanden häufig durch Abholzung großer Wälder im Mittelalter und fehlenden Neubewuchs. Regional gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für Heide, wie z.B. "Palve" im baltischen Raum.

Entstehung von Heidegebieten

Die Entstehung von Heidegebieten ist in der Mehrzahl auf menschliche Bewirtschaftung zurückzuführen. Dies zeigt sich am Beispiel der Lüneburger Heide. Die Weide- und Feldwirtschaft auf den Böden im norddeutschen Tiefland prägte zwar bis zum 10. Jahrhundert bereits die Landschaft. Den wüchsigen Eichen- und Buchenwaldgesellschaften gelang es jedoch immer wieder, die vom Menschen aufgegebenen Flächen zu besiedeln. Die intensive Nutzung der Waldbestände in den folgenden Jahrhunderten, insbesondere für den Salinenbetrieb und für die Holzfeuerung erschöpften die Regenerationskraft der Bestände. Auf den leichten Böden (pleistozäne Sander und Dünen) führte die Übernutzung zur Bildung von Flugsanden. Als besonders verheerend erwies sich die zusätzliche landwirtschaftliche Nutzung durch Plaggenhiebe. Beim Plaggenhieb wird mit Spaten oder Hacke der Oberboden mit der Vegetation und der Wurzelzone entfernt. Zurück bleibt der ungeschützte Mineralboden. Die Plaggen werden als Einstreu in Stallungen verwendet und mit dem Kot der Tiere vermengt als Dünger auf die Felder ausgebracht. Nährstoffe werden aus den so genutzten Böden exportiert. Niederschläge waschen die letzten verbleibenden Nährstoffe aus, die im durchlässigen Bodenausgangsmaterial (Sande) schnell in tiefere Schichten verlagert werden. Auf diesen degradierten Böden siedeln nun Spezialisten wie Heide (Ericaceen) und Wacholder (Juniperus communis), die durch starke organische Säuren die letzten Nährstoffe aus den Böden erschließen. Es kommt zu einer Versauerung des Bodens, in dem immer weniger Mikroben existieren können. In der Folge kann Streu und organische Bestandteile immer weniger zersetzt werden. Unterhalb des Auswaschungshorizontes dieser Böden bildet sich eine Zone in der organischen Komplexbildnern (Polyphenole,Carbonsäuren, Fulvosäuren) mit Eisen, Mangan und Aluminium ausfallen und sich verfestigen. Auf feuchteren Standorten unter Erikaheiden bildet sich in dieser Schicht der für Pflanzenwurzeln oft undurchdringliche Ortstein, auf trockeneren Böden unter Callunaheiden Orterde. Die kargen Heiden Nordwestdeutschlands mit ihrer Wacholder- und Heidevegetation sind aus einer über Jahrhunderte völlig ungeregelten Nutzung durch den Menschen entstanden. Die so behandelten Böden haben ihre vollständige Leistungsfähigkeit bis heute noch nicht erreicht, was sich z.B. aus den jährlichen Zuwächsen der Wälder auf diesen Standorten ablesen läßt. Siehe auch: Hutewald, Überweidung, Pflanzensoziologische_Einheiten_nach_Oberdorfer, Waldgesellschaften Mitteleuropas Kategorie:Biotop Kategorie:Klimazonen und Vegetation

Halbinsel

Halbinsel ist ein geografischer Begriff und bezeichnet Festland, das auf drei Seiten von Wasser umgeben ist. Halbinseln können eine Fläche von vielen hundert Quadratkilometern haben, aber auch so klein sein, dass ihre Länge und Breite nur wenige hundert Meter beträgt. Eine Unterform der Halbinsel ist die Landzunge. Die dreiseitige Umgebung von Wasser muss bei beiden natürlichen Ursprungs sein (vgl. auch Insel), künstliche Bauwerke wie Kanäle, die eine natürliche Halbinsel vom Festland abschneiden, machen diese nicht zur Insel. Ebenso machen Brücken oder künstliche Fahrdämme Inseln nicht zu Halbinseln (Sylt, Rügen, demnächst Sizilien). Halbinseln sind in: Zudem kann Europa als Halbinsel von Eurasien angesehen werden. Kategorie:Physische Geographie ja:半島 ko:반도 simple:Peninsula zh-min-nan:Poàn-tó

Gemeinde

Der Begriff Gemeinde (von althochdeutsch gimeinida) bezeichnet ein gesellschaftliches Gebilde ähnlich einer Gemeinschaft. Meist hat aber eine Gemeinde einen höheren Organisationsgrad. In früheren Zeiten war darunter eine Personalkörperschaft zu verstehen. Zur Gemeinde gehörte eine Person, wo auch immer sie gerade ansässig war. Deshalb sind Kopfzahlen einer Gemeinde vor etwa 1800 nicht mit den heutigen Einwohnerzahlen vergleichbar. Gemeinde wird heute gebraucht:
- als allgemeine Bezeichnung für Ortschaft, Stadt, Großgemeinde oder Dorf.
- für die unterste Verwaltungseinheit (Gebietskörperschaft) eines Staates (für Deutschland siehe hierzu auch Gemeindearten in Deutschland) oder die Gesamtheit ihrer Einwohner.
- in der Schweiz als allgemeine Bezeichnung für die unterste politische Organisationsebene im Gegensatz zu Eidgenossenschaft, Kanton und Bezirk. Man spricht dann von der Politischen Gemeinde (auch Munizipalgemeinde, Einwohnergemeinde). Daneben existieren noch vereinzelt Zivilgemeinden als Träger der Dorfgerechtigkeiten. Sie werden auch Ortsgemeinden, Ortsbürgergemeinden bzw. Burgergemeinden oder Korporationen genannt. Die Schulgemeinden und Kirchgemeinden erfüllen spezielle Zwecke und verfügen zwar über einen Einflusskreis, nicht jedoch über ein Territorium. In früheren Zeiten waren die Armengemeinden von den Politischen Gemeinden getrennt.
Siehe auch: Gemeinden der Schweiz
- in Österreich als Bezeichnung für die kleinste politische und auch verwaltungstechnische Einheit. Rechtlich ist eine kleine der großen Gemeinde gleichgestellt (Prinzip der abstrakten Einheitsgemeinde). Ausgenommen davon sind lediglich die Städte mit eigenem Statut (Statutarstädte). Neben der Staatsbürgerschaft ist nur der Wohnsitz in einer bestimmten Gemeinde maßgebend für das Wahlrecht. Es gibt auch Vereinigungen mehrerer politischen Gemeinden zu Zweckverbänden, die dann teilweise auch als Gemeinde bezeichnet werden, beispielsweise eine Schulgemeinde.
Siehe auch: Gemeinde (Österreich)
- als Bezeichnung für die Einwohnerschaft eines lokal begrenzten Gebietes, dem keine politische Verwaltungseinheit direkt entspricht, insbesondere in ihrer Organisationsform als Gesellschaft oder Verein (Beispiel: Stadtteilgemeinden in Marburg)
- als Bezeichnung für eine lokal tätige Religionsgemeinschaft wie beispielsweise die christliche Kirche als Kirchengemeinde, Kirchgemeinde oder die Gesamtheit ihrer Mitglieder.
- als Bezeichnung für die Anhängerschaft eines Künstlers (Gemeinde des Dichters).

Siehe auch


- Gemeinde (Frankreich)
- Gemeinde (Österreich)
- Kommune
- Gemeindeordnungen in Deutschland
- Ortsfamilienbuch
- Gemeindedualismus
- Kommunalverwaltung

Literatur


- Georg Weber, Renate Weber (Hrsg.): Zugänge zur Gemeinde. Böhlau, Köln 2000, ISBN 3-412-05798-3

Weblinks


- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D10261.html Artikel Gemeinde] im Historischen Lexikon der Schweiz
- Kategorie:Politische Geographie Kategorie:Kommunalpolitik Kategorie:Körperschaft des öffentlichen Rechts ja:政令指定都市 zh-cn:直辖市 zh-tw:直轄市

Halbinsel

Halbinsel ist ein geografischer Begriff und bezeichnet Festland, das auf drei Seiten von Wasser umgeben ist. Halbinseln können eine Fläche von vielen hundert Quadratkilometern haben, aber auch so klein sein, dass ihre Länge und Breite nur wenige hundert Meter beträgt. Eine Unterform der Halbinsel ist die Landzunge. Die dreiseitige Umgebung von Wasser muss bei beiden natürlichen Ursprungs sein (vgl. auch Insel), künstliche Bauwerke wie Kanäle, die eine natürliche Halbinsel vom Festland abschneiden, machen diese nicht zur Insel. Ebenso machen Brücken oder künstliche Fahrdämme Inseln nicht zu Halbinseln (Sylt, Rügen, demnächst Sizilien). Halbinseln sind in: Zudem kann Europa als Halbinsel von Eurasien angesehen werden. Kategorie:Physische Geographie ja:半島 ko:반도 simple:Peninsula zh-min-nan:Poàn-tó

Leuchtturm List West

Allgemeine Informationen

Der weiße Leuchtturm List West liegt auf der Sylter Halbinsel Ellenbogen und gilt als das nördlichste Gebäude Deutschlands.

Technische Daten


- Höhe: 11 m
- Feuerhöhe: 14 m über n.N.
- Tragweite: 11 sm
- Betriebsart: elektrisch
- Funktion: Leit- und Orientierungsfeuer
- Optik: Gürtellinse
- Position: 8° 24'E 55° 03'N

Geschichte


- Erbaut 1857
- In Betrieb seit 1. Januar 1858
- Seit 1977 ferngesteuert

Besonderheiten

Eine Besteigung ist nicht möglich. List West ist zusammen mit seinem Zwillingsturm List Ost der älteste aus Gusseisen hergestellte Leuchtturm in Deutschland. Siehe auch: Liste deutscher Leuchttürme Kategorie:Leuchtturm

Leuchtturm List Ost

Allgemeine Informationen

Der rot-weiß gestreifte Leuchtturm List Ost liegt auf der Sylter Halbinsel Ellenbogen und gilt als das nach dem Leuchtturm List West zweitnördlichste Gebäude Deutschlands.

Technische Daten


- Höhe: 13 m
- Feuerhöhe: 22 m über n.N.
- Tragweite: 14 sm
- Betriebsart: elektrisch
- Funktion: Leit-, Quermarken-, und Orientierungsfeuer
- Optik: Gürtellinse
- Position: 8° 27'E 55° 03'N

Geschichte


- Erbaut 1857
- In Betrieb seit 1. Januar 1858
- Seit 1977 ferngesteuert

Besonderheiten

List Ost ist zusammen mit seinem Zwillingsturm List West der älteste aus Gusseisen hergestellte Leuchtturm in Deutschland. Eine Besteigung ist nicht möglich. Siehe auch: Liste deutscher Leuchttürme Kategorie:Leuchtturm

Privatstraße

Eine Privatstraße oder ein Privatweg ist eine Straße welche sich nicht in der Baulast der öffentlichen Hand befindet. Sie befindet sich im Eigentum einer natürlichen oder juristischen Person. Privatstraßen sind meist für eine bestimmte Art des Verkehrs, unter Umständen gegen eine Mautgebühr, freigegeben. Das Rechtsinstitut der Privatstraße wird auch genutzt, um unerwünschte Nutzungen des Straßenraumes auszuschließen oder spezifische Nutzungen (z.B. Prostitution) zu privilegieren. ---- Siehe auch : Themenliste Straßenbau

Maut

Maut ist ein aus dem gotischen mota (Zoll) abgeleiteter Name für Zoll (Abgabe).
Der Begriff beschreibt das Bezahlen einer Gebühr für die Nutzung von Bauwerken, wie Straßen, Brücken, und in neuerer Zeit von Autobahnen und Tunneln. Schon im 11. Jahrhundert war Maut in ganz Europa verbreitet. Sie wurde deshalb eingeführt, weil die Finanzierung von Straßen zu dieser Zeit zunehmend auf Schwierigkeiten stieß. Mit der Zahlung einer Maut sollten die Reisenden (Nutzer) an der Finanzierung, für die häufig die Anwohner verantwortlich waren, beteiligt werden. Andere Formen der Finanzierung waren der Frondienst (jeder muß dem Staat eine bestimmte Zahl von Tagen körperlicher Arbeit zur Verfügung stellen) oder auch Steuern für Anrainer (z.B. im alten Rom). Mautbrücken und Tore waren beliebt, weil sie leichter zu kontrollieren (und schlechter zu umgehen) waren und seltener instandgesetzt werden mußten als Straßen. Später wurden sie Zug um Zug abgebaut, da sie missbraucht wurden und zunehmend den freien Handel behinderten. Der Begriff Maut ist eigentlich veraltet. Ein alternativer Begriff ist Straßenbenutzungsgebühr (im Gegensatz z.B. zu Parkgebühr). Es lassen sich urbane (städtische) (siehe Innenstadtmaut) und interurbane Straßenbenutzungsgebühren (Autobahngebühren, ggf. auch Landstraßen) unterscheiden. Darüber hinaus hat sich in Deutschland die Unterteilung in Pkw-Maut (für die Nutzung der Autobahnen) und Lkw-Maut eingebürgert.

Ziele und Prinzipien

Potentielle Ziele der Straßenbenutzungsgebühren:
- Finanzierung bestehender oder zukünftiger Straßeninfrastruktur und Begleichung der Betriebskosten (Wegekosten);
- Steuerung der Nachfrage nach dem Gut „Straße“ mit dem Ziel der Staureduktion bzw. dessen effizientere Nutzung (Travel demand management);
- Entlastung der Umwelt (z.B. Verringerung von CO2 Emissionen etc.) durch einen Preis und somit Reduktion der motorisierten Verkehrsteilnahme;
- Generierung von zusätzlichen Einnahmen für die öffentlichen Haushalte;
- Internalisierung von externen Kosten, das sind Kosten die vom Verursacher nicht vollständig getragen werden wie die sozialen und ökologischen Kosten (durch Lärm- und Luftverschmutzung) des Verkehrs sowie die Unfallfolgekosten (z.B. Ressourcenausfallkosten).
- Erstellung von genauen Bewegungsprofilen für die Verbrechensbekämpfung; Allgemein lassen sich zwei Prinzipien der Mautberechnung unterscheiden:
- Zugangsbezogene Gebühr: der Mautzahler erwirbt das Recht auf Zugang für die Nutzung bestimmter Straßen (Areale, Bauwerke etc.), ohne dass es auf die tatsächliche Nutzung ankommt. Der Zugang kann zeitlich beschränkt sein (z.B. Tag, Woche, Monat, Jahr). Diese Art der Maut wird meist per Vignette erhoben und ist vergleichsweise einfach zu erheben und zu kontrollieren.
- Nutzungsabhängige Gebühr: Hier zahlt der Mautpflichtige abhängig von der tatsächlich erfolgten Nutzung ggfls. an einer Mautstelle. Die Maut kann räumlich definiert sein (zurückgelegte Entfernung, durchfahrene Abschnitte, Anzahl (Tunnel-) Durchfahrten) oder zeitlich (Gebühr in Abhängigkeit vom Aufenthalt in einer Zone). Darüber hinaus können z.B. entfernungsbezogene Gebühren zeitlich variieren (im Berufsverkehr höher etc.) Die Höhe einer Maut kann von verschiedenen Eigenschaften des Nutzers bzw. seines Fahrzeuges abhängig gemacht bzw. überhaupt erst eingeführt werden. Am häufigsten ist sie abhängig von der Größe, Länge bzw. dem Gewicht des Fahrzeugs (z.B. Mautpflicht für Pkw und Lkw-Maut), aber auch andere Abhängigkeiten (Achszahl, Schadstoffklasse, Nutzungszeit und Wochentag, Art der transportierten Güter) kommen vor oder sind angedacht...

City-Maut

Siehe Hauptartikel Innenstadtmaut Eine Innenstadtmaut bezeichnet die Erhebung von Gebühren für die Nutzung innerstädtischer Straßen in der Regel für Lkw und Pkw. Die Städte Singapur und Hongkong gelten unter Verkehrsplanern als "klassische" Beispiele für Verkehrsminderung und -beruhigung durch Mauterhebung für die Einfahrt in den City-Bereich. In Hongkong ist allerdings die Einführung letztlich am Widerstand der Öffentlichkeit gescheitert. Bereits Mitte der 1980er Jahre übernahmen skandinavische Städte diese Maut (Bergen, Trondheim, Oslo). In Bergen (Norwegen) wurde 1985 die Einfahrt in die Innenstadt an die Entrichtung einer Gebühr von 25 Kronen (ca. 3 Euro) an speziellen Mautstellen gekoppelt. Während die Modelle in Norwegen v.a. der Straßenfinanzierung dienen, begründen Kommunen die Erhebung der Straßenbenutzungsgebühr zunehmend mit dem Umweltschutz. Die Verteuerung des Individualverkehrs soll Anreize für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel geben. Im Februar 2003 wurde in London eine Straßenbenutzungsgebühr ("congestion charge") eingeführt, um die Stauprobleme in der Innenstadt zu lösen. Jeder Autofahrer, der werktags zwischen 07.00 Uhr und 18.30 Uhr in die Innenstadt einfährt, hat umgerechnet ca. 8 Euro (5 Pfund) zu zahlen. (Es gibt auch Varianten, bei denen die Zufahrtswege in die Städte bemautet werden: San Diego, Tokio).

"Gemeinsame" Lkw-Straßenmaut in Europa

Siehe Hauptartikel Lkw-Maut, Lkw-Maut in Deutschland Bereits zum 1. Januar 1995 erfolgte in den Staaten Belgien, Dänemark, Deutschland, Luxemburg, Niederlande und Schweden die Einführung einer Autobahnbenutzungsgebühr für LKW auf der Basis einer EU-Richtlinie Übereinkommen über die Erhebung von Gebühren für die Benutzung bestimmter Straßen mit schweren Nutzfahrzeugen (sog. Eurovignettensystem). Hierbei handelt (mit Ausnahme von Deutschland) es sich noch immer um ein zeitbasiertes Mautsystem im pre-paid-Verfahren. Jeder Mautpflichtige im Rahmen dieses Systems muss vor der Nutzung eine Gebührenbescheinigung für den gewünschten Nutzungszeitraum erwerben. Die Gebührenbescheinigungen werden in allen Teilnehmerstaaten des Übereinkommens wechselweise anerkannt. Die EU-Verkehrsminister sind allerdings seit längerem bestrebt, ein neues, möglichst einheitliches Mautsystem zu etablieren. Am 18. Dezember 2003 überließ das EU-Parlament die Entscheidungen für die Technik des jeweilige Lkw-Mautsystem den einzelnen Mitgliedsstaaten. Allerdings sollen die Systeme zukünftig zueinander kompatibel sein. Doch die Verhandlungen sind zuletzt am 9. März 2004 an Deutschland und Österreich gescheitert. Es wird vermutet, dass beide Länder relativ hohe Berechnungsgrundlagen für die Mautgebühren durchsetzen wollten. Ab 2007 soll für die Mautsysteme der EU-Länder nur noch ein gemeinsames Gebührenerfassungsgerät notwendig sein. Damit wurde der Vorschlag der EU-Kommission abgelehnt, die generell ein Satellitengestütztes (vorzugsweise mittels Galileo) System ab 2012 vorschreiben wollte. Nun steht die Auswahl jedem Mitgliedsland frei. Die Systeme müssen nur kompatibel zueinander sein. Diese Entscheidung hängt nach Zeitungsberichten unmittelbar mit den Problemen zusammen die es Anfangs bei der Einführung eines satellitengestützten Lkw-Mautsystems durch Toll Collect in Deutschland gegeben hatte. ([http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E5E5FCDD055C2492D82AAA6F3313386AE~ATpl~Ecommon~Scontent.html faz.net]). Seit dem 1.Januar 2005 läuft die Mauterhebung in Deutschland allerdings weitestgehend ohne Probleme. (Stand Jan 2005)

Mautsysteme in Europas Ländern

Mautsysteme gibt es in mehreren europäischen Staaten: in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, der Türkei, Serbien und Montenegro, der Republik Mazedonien und Griechenland.

Deutschland

In Deutschland wird durch ein aufwendiges technisches System bisher nur für Lkw eine Maut auf den Bundesautobahnen erhoben – eine Maut für Pkw ist immer wieder in der Diskussion, konnte bis jetzt aber nicht durchgesetzt werden. In Österreich hingegen werden bereits seit 1. Januar 2004 alle Kraftfahrzeuge und Gespanne mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen auf Autobahnen und Schnellstraßen bemautet. In Deutschland wird zur Zeit (Oktober 2005) über einen Verkauf des Autobahnnetzes an private Anbieter (Investmentbanken) diskutiert. Der Wert des Autobahnnetzes beträgt nach Angaben des Instituts "Prognos" rund 127 Milliarden Euro, nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mit den Bundesstraßen ca. 213 Milliarden Euro. Die Staatsverschuldung ließe sich so um etwa 15 Prozent senken. Eine PKW-Maut wäre somit sicher. Pkw-Maut: In Deutschland ist eine Straßenmaut für PKW geplant. Zur Diskussion steht ein Vorschlag für die Einführung einer Autobahnvignette, den eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe am 07.10.2005 ausgearbeitet hat. Laut den wissenschaftlichen Beratern der Regierung, während der Realisierung von Toll Collect ist der Ausbau ohne weiteres möglich. Die Tatsachen, dass dieses System von Beginn an für Spurwechsel bei Geschwindigkeiten von 200 km/h ausgelegt ist, und die (im Fahrzeug verbauten) Geräte eine Liste der gebührenpflichtigen Straßen haben, bestätigt dies. Die selben Berater schlagen eine Kopplung des Systems mit den Navigationssystemen in den Fahrzeugen vor. Die so entstehende Möglichkeit für Pkw-Nutzer gebührenpflichtige Straßen zu meiden oder, beim weiteren Ausbau, auch einer dynamische Verkehrsführung, könnte den Widerwillen der Nutz